Die Studie „Clustermonitoring für die Gesundheitsregion Berlin-Brandenburg“ des Lehrstuhls von Prof. Bert Rürup an der TU Darmstadt belegt die besondere Bedeutung der Gesundheitswirtschaft für die Region mit eindrucksvollen Daten. Von 2004 bis 2007 steigerte die Branche ihre Leistung um 8,4 % auf rund 13,97 Mrd. € (Bruttowertschöpfung). Damit wuchs dieser Bereich deutlich stärker als die Gesamtwirtschaft der Region (5,4 %). Im selben Zeitraum wurden etwa 4400 Beschäftigte neu eingestellt. Die Gesundheitswirtschaft in Berlin und Brandenburg zählte somit 2007 insgesamt 342.250 Erwerbstätige. Die Studie stellt fest: Auch in konjunkturell schwächeren Phasen sichert die Gesundheitswirtschaft Beschäftigung und Wachstum. Im Jahr 2030 werden der Studie zufolge voraussichtlich 368.370 Erwerbstätige (+ 11 % bzw. 26.120 Personen) rund 20,2 Milliarden € (+ 51,2 %) erwirtschaften. Insgesamt, so die Studie, wird Berlin-Brandenburg wie kaum eine andere Region in Deutschland von der Dominanz der Gesundheitsversorgung profitieren. Die positive Entwicklung dieses Wirtschaftsbereichs wird bis 2030 - im Vergleich mit anderen Metropolenregionen – zu sehr hohen Wachstumsraten der Bruttowertschöpfung (BWS) und der Erwerbstätigen führen.
Zu den größten Arbeitgebern der Berliner Wirtschaft zählen:
- die Vivantes-Kliniken (13.510 Beschäftigte)
- die Charité - Universitätsmedizin Berlin (10.400 Beschäftigte)
- die HELIOS-Kliniken (3.900 Beschäftigte)
- die BIOTRONIK GmbH & Co. KG als größtes Medizintechnik- unternehmen (1.500 Beschäftigte am Hauptsitz Berlin von weltweit 4.000)
- Unfallkrankenhaus Berlin (1.150 Beschäftigte)
- Deutsches Herzzentrum Berlin (1.100 Beschäftigte)
- Ev. Waldkrankenhaus Spandau (1.070 Beschäftigte)
- Sankt Gertrauden-Krankenhaus (1.050 Beschäftigte)
- Ev. Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge (960 Beschäftigte)
- Diakoniewerk Bethel (800 Beschäftigte)
- Park-Klinik Weissensee (600 Beschäftigte)
- B. Braun Melsungen AG (560 Beschäftigte von weltweit 35.000)1
Die Medizintechnik gehört für die Region Berlin-Brandenburg zu den Technologiefeldern der Zukunft. Über 3.000 zumeist hoch qualifizierte Arbeitsplätze sind innerhalb der letzten 5 Jahre entstanden. Insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen sind mit Geschäftsfeldern in der Medizintechnik tätig.
Im Jahr 2007 waren in Berlin und Brandenburg insgesamt rd. 250 Medizintechnikunternehmen mit eigenen Produkten bzw. produktionsnahen Dienstleistungen tätig, davon rd. 190 in Berlin und rd. 60 in Brandenburg. 2 Nach Angaben der Handwerkskammer Berlin wurden im Jahr 2007 866 Handwerksbetriebe in der Medizintechnik geführt, darunter 366 Dentallabore, 353 Augenoptiker, 57 Orthopädietechniker, 46 Orthopädieschuhmacher, 41 Hörgeräteakustiker und 3 Chirurgiemechaniker.
Die Umsatzentwicklung der Unternehmen zeigt, dass der Trend zu überdurchschnittlich hohen Zuwachsraten sowohl in Berlin als auch in Brandenburg ungebrochen anhält. Wurden im Jahre 2004 in Berlin Produkte und produktionsnahe Dienstleistungen in Höhe von rd. 980 Mio. EUR umgesetzt, so waren es 2007 rd. 1.340 Mio. EUR. In Brandenburg wurden bei rd. 2/3 der Medizintechnikunternehmen für das Jahr 2005 rd. 85 Mio. EUR und für das Jahr 2007 rd. 112 Mio EUR erhoben. 2
Auch die Beschäftigtenzahl hat sich in den Berliner und Brandenburger Medizintechnikunternehmen gegen den Trend des verarbeitenden Gewerbes positiv entwickelt. So waren im Jahr 2007 in Berlin rd. 8.500 Beschäftigte, rd. 2.500 mehr als im Jahr 2004, in den Medizintechnikunternehmen tätig. Damit sind rd. 9% der Beschäftigten des verarbeitenden Gewerbes in Berlin in der Medizintechnik tätig. Für Brandenburg wurden 864 Beschäftigte im Jahr 2007 in den Unternehmen der Medizintechnik erfasst, und damit rd. 19% mehr als 2005. Dabei ist zu berücksichtigen, dass diese Zahl nur die Beschäftigten in ca. 2/3 der Unternehmen widerspiegelt. 2
In den Jahren 2005 bis 2007 wurden in Berlin 25 produzierende Medizintechnikunternehmen gegründet, in Brandenburg 7. Das ist ein Anteil von rd. 13% am 2007 festgestellten Gesamtbestand der Berliner Medizintechnikunternehmen bzw. rd. 12% in Brandenburg. Darüber hinaus wurden in diesem Zeitraum in Berlin und Brandenburg rd. 30 Unternehmen mit produktionsnahen Dienstleistungen gegründet. 2

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