Die Region Berlin-Brandenburg hat deutschlandweit die höchste Dichte an Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Kliniken. Dies spiegelt sich unter anderem in den Drittmitteleinwerbungen in den Naturwissenschaften und der Medizin wider, bei denen Berlin deutlich über dem bundesdeutschen Durchschnitt liegt. Berlin hat Platz 1 bei der Einwerbung von Fördermitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) inne. Die Höhe der Einwerbung von Drittmitteln über die DFG gilt in der Forschung als eines der härtesten Qualitätskriterien. Mit 325 Millionen EURO liegt Berlin (mit HU, FU und TU) vor der zweitplazierten Region München, die 261 Millionen EURO erhielt.1
Bei den Drittmitteleinwerbungen in der Medizin/Medizintechnik liegt Berlin deutlich über dem bundesdeutschen Durchschnitt der Universitäten. Die Charité hat im Jahr 2006 mit ihren insgesamt vier Campi 107 Millionen EURO an Drittmitteln eingeworben.
In der Rangliste 2007 des Centrums für Hochschulentwicklung CHE belegt die Charité bei den Erfindungen bundesweit mit Abstand den ersten Platz: seit dem Jahr 2002 wurden 271 Erfindungen zum Patent angemeldet. Rund fünf Millionen Euro wurden seitdem an Lizenzgebühren eingenommen, die auf 70 Patente aus dem Bereich der Immunologie, Molekularbiologie und Implantologie zurückgehen. Davon werden etwa 2/3 wieder in Forschung und Technologietransfer investiert.
Über die Grenzen der Stadt hinaus bekannte Forschungseinrichtungen, die mit Medizintechnik befasst sind:
- an erster Stelle ist die Universitätsmedizin zu nennen. Im Rahmen der Neuordnung der medizinischen Fakultäten Berlins im Jahr 2003 sind das Universitätsklinikum Benjamin Franklin und die 1710 gegründete Charité als "Charité - Universitätsmedizin Berlin", gemeinsame Einrichtung von Freier Universität Berlin und Humboldt-Universität zu Berlin, zusammengeführt worden. Es entstand eine der größten Universitätskliniken Europas. Die insgesamt 128 Charité-Kliniken und -Institute sind in 17 CharitéCentren (CC) zusammengefasst. Jährlich werden über 125.000 stationäre sowie rund 500.000 ambulante Behandlungen durchgeführt.
- das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin,
- die Technische Universität Berlin mit dem Zentrum für innovative Gesundheitstechnologien ZiG, dem Institut für Mikro- und Medizintechnik sowie mehreren medizintechnikrelevanten Fachbereichen,
- die Laser- und Medizin-Technologie GmbH Berlin,
- das Deutsche Rheuma-Forschungszentrum,
- die Physikalisch-Technische-Bundesanstalt (PTB) und
- die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM).
Aufbauend auf eine langjährige medizinische und wissenschaftliche Tradition verfügt Berlin mit seiner Konzentration an Krankenhäusern und angewandter klinischer Forschung über ein leistungsstarkes Netz der Gesundheitsversorgung. Berliner Krankenhäuser erbringen qualitative Spitzenleistungen, die national und international herausragend sind:
- Das 1986 gegründete Deutsche Herzzentrum Berlin gehört zu den renommiertesten und leistungsstärksten Transplantationszentren der Welt.
- Das 1997 eröffnete Unfallkrankenhaus Berlin (ukb) ist das erste voll digitalisierte Krankenhaus in Deutschland.
- Eine der weltweit ersten Laserkliniken arbeitet an der Elisabeth Klinik. Sie hat nach Angaben der Fachgesellschaft Lasermedizin das deutschlandweit breiteste Behandlungsspektrum.
- Die erste auf minimal invasive Chirurgie spezialisierte Klinik Deutschlands hat 1997 am Evangelischen Krankenhaus Hubertus ihren Betrieb aufgenommen.
- Das erste Zentrum für Geschlechterforschung in der Medizin in Deutschland wurde Ende 2004 an der Charité eröffnet.
- Das Fachgebiet Management im Gesundheitswesen der TU Berlin ist seit 2005 "Collaborating Centre for Health Systems Research and Management" der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als eines von 32 weltweit, darunter acht in Europa.
- eines der fünf in Deutschland anerkannten flugmedizinischen Zentren (Aeromedical Center) besteht am Vivantes Klinikum im Friedrichshain.





